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Erstes Treffen Wadephul-Lawrow seit Ukraine-Krieg

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Wadephul trifft Lawrow in New York

Wadephul trifft Lawrow in New York

dw · 2026-09-26 17:42:00 · Importance: 80 · Content Bei der UN in New York: Wadephul trifft Lawrow 26. September 2026 Es war eine überraschende Nachricht: Am Rande der UN-Vollversammlung haben sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow zu einem kurzen Gespräch getroffen. Glaubt man Beobachtern, dann wurde der deutschen Seite von Drittstaaten signalisiert, dass Russland zu solch einem kurzen Treffen bereit sei, woraufhin die deutsche Seite ihrerseits zustimmte. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen gemeldet, das Treffen sei auf deutsche Initiative hin zustande gekommen. Erstes wirkliches Gespräch beider Politiker Wie auch immer: Es ist das erste ausdrücklich persönliche Treffen Wadephuls mit Lawrow, seit die neue Regierung aus Konservativen und Sozialdemokraten im Mai vergangenen Jahres in Berlin die Amtsgeschäfte übernommen hat. Sieht man von einigen kurzen Begegnungen beider Politiker ab, die aber nicht zu Gesprächen unter vier Augen führten. Und natürlich dürften die extrem angespannten Beziehungen beider Länder im Zentrum des angeblich rund 20-minütigen Gesprächs gestanden haben. Wadephul warnt vor weiterer russischen Eskalation Wie weiter aus diplomatischen Kreisen zu hören war, forderte Wadephul die Russische Föderation auf, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen. Und er fügte wohl hinzu, Vorfälle wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Am Flughafen in Leipzig waren Anfang August nur durch Zufall mit Sprengstoff beladene Drohnen entdeckt und entschärft worden. Die deutsche Regierung ist sich mittlerweile sicher, dass Russland Urheber der versuchten Attacke ist. Als Reaktion wurde unter anderem das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen. Moskau reagierte mit der Schließung des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk. Eiszeit also zwischen Berlin und Moskau. Umso bemerkenswerter ist das jetzige Treffen in New York. Schon während einer kurzen Rede im UN-Sicherheitsrat hatte der oberste deutsche Diplomat Wadephul am Freitag gesagt: "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht." Im Gespräch mit Lawrow fügte er dann hinzu, trotz aller Kritik sei auch für die Bundesregierung der gegenwärtige Zustand der Beziehungen nicht im deutschen Interesse. Beide Politiker sollen sich am Ende der Unterhaltung kurz die Hand gereicht haben. Wadephul in New York und Kanada im Dauer-Einsatz Der deutsche Außenminister machte klar, dass die Lösung für diese Lage seit dem ersten Tag des Krieges auf der Hand liege: ein Ende der russischen Aggression, ein Rückzug russischer Truppen und ein dauerhafter Waffenstillstand. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unzählige Male erklärt. Deutschland stehe bereit, um diesen Weg auch weiterhin zu unterstützen. Schon seit dem vergangenen Dienstag ist Wadephul in New York City unterwegs - und er vertritt seitdem die deutschen Interessen bei den Vereinten Nationen mehr oder weniger allein. So nahm er an der Eröffnung der Generalversammlung teil, sprach im Weltsicherheitsrat, obwohl Deutschland dort Anfang Juni mit dem Versuch scheiterte, für die nächsten zwei Jahre eines von zehn so genannten nicht-ständigen Mitgliedern zu werden. Österreich und Portugal erhielten den Zuschlag. Dann schaffte Wadephul auch noch einen kurzen Besuch bei der kanadischen Regierung in Ottawa, um schnell wieder zurückzukehren nach New York, zu seiner Rede vor der Vollversammlung, zu einem sehr späten Zeitpunkt für ein Land der Größe und Bedeutung Deutschlands. Der Kanzler sagt ab - wie im vergangenen Jahr Und das hatte einen Grund: In der Reihenfolge der Redner im imposanten UN-Gebäude am East River stehen immer die Staaten ganz vorn, die ihre Präsidenten oder Regierungschefs nach New York schicken, für Deutschland wäre das dann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewesen. Aber der steht in Deutschland nach den herben Niederlagen seiner konservativen Partei bei denLandtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so unter Druck, dass er die Reise in die USA kurzerhand absagte. Das hatte in New York für erhebliches Stirnrunzeln gesorgt. Denn Merz war schon im Herbst vergangenen Jahres nicht zum UN-Treffen erschienen - und hatte danach erklärt, dass er jetzt, 2026, auf jeden Fall kommen werde. Und so musste Wadephul auch hinter den Kulissen viel Überzeugungsarbeit leisten und die Absage seines Chefs erklären. · Summary Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) traf am Rande der UN-Vollversammlung in New York seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow – das höchstrangigste Treffen seit Jahren. Nach Angaben von Beobachtern kam es nach Signalen von Drittstaaten zustande, russische Agenturen sprachen von deutscher Initiative. Im rund 20-minütigen Gespräch forderte Wadephul Russland auf, den Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen; hybride Angriffe wie der vereitelte Drohnenanschlag in Leipzig würden die Unterstützung der Ukraine nicht erschüttern. Beide Politiker reichten sich zum A

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) trifft in New York City seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. Es ist das höchstrangigste Treffen beider Länder seit Jahren

Erstes solches Treffen seit 2022: Wadephul trifft Lawrow in New York zu kurzem Gespräch

Erstes solches Treffen seit 2022: Wadephul trifft Lawrow in New York zu kurzem Gespräch

n-tv · 2026-09-26 16:08:08 · Importance: 75 · Content Erstes solches Treffen seit 2022Wadephul trifft Lawrow in New York zu kurzem Gespräch Nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kommt es mehr als vier Jahre lang nicht zu einem bilateralen Gespräch der Außenminister Deutschlands und Russlands. Nun trifft Chefdiplomat Wadephul am Rande der UN-Generaldebatte überraschend auf seinen Amtskollegen Lawrow. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-Gebäude statt. Das Treffen dauerte gut 20 Minuten und endete mit einem Handschlag beider Minister. Das Gespräch war unter Vermittlung von Drittstaaten zustande gekommen. Lawrow hatte zuvor Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, dass der Austausch auf deutsche Initiative hin stattgefunden habe. Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus. Wadephuls Amtsvorgängerin Annalena Baerbock war Lawrow zuletzt im Dezember 2024 beim Treffen der OSZE-Außenminister auf Malta begegnet. Baerbock warf dem russischen Außenminister damals vor, er würde "unerträgliche Lügen" zum Ukraine-Krieg erzählen. Das letzte offizielle bilaterale Gespräch zwischen den beiden fand hingegen vor dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs am 18. Januar 2022 bei Baerbocks Antrittsbesuch in Moskau statt. Wadephul sieht russische Angriffe auf "neuer Stufe" Das Treffen in New York ereignete sich nun vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges. Wadephul und Lawrow halten sich wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in der US-Metropole auf. Nach Angaben aus Delegationskreisen forderte der CDU-Politiker seinen russischen Kollegen auf, "den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen". Auch Vorfälle wie der Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig-Halle oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern, habe Wadephul dabei betont. Sie würden zudem das ohnehin schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Russland weiter beschädigen. Wadephul hatte erst vor wenigen Tagen seine Sorge vor einer weiteren Eskalation geäußert. Er warf Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor. "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht", kritisierte der CDU-Politiker bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Zuletzt hatte die Bundesregierung einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Dazu gehört die Kündigung des Vertrags für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, das im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke zu dienen. Moskau wies die Vorwürfe zurück und kündigte Gegenmaßnahmen an. In der Folge ordnete Russland unter anderem die Schließung der Goethe-Institute im Land an. Medwedew: Deutschland hat Bestrafung verdient Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte zudem, dass Deutschland sich mit seiner "russlandfeindlichen Politik" eine echte Bestrafung verdient habe. Konkret nannte der Ex-Präsident "direkte Schläge" gegen Rüstungsbetriebe in Deutschland, die Militärgüter an die Ukraine liefern. Deutschland ist wichtigster Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt und dafür Geld und Waffen von ihren westlichen Verbündeten erhält. Nachdem die USA ihre Unterstützung unter US-Präsident Donald Trump zurückgefahren haben, hat die Rolle Europas und insbesondere Deutschlands dabei an Gewicht gewonnen. · Summary Bundesaußenminister Johann Wadephul traf am Rande der UN-Generaldebatte in New York überraschend seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow – das erste bilaterale Außenministergespräch seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022. Das rund 20-minütige Treffen kam unter Vermittlung von Drittstaaten auf deutsche Initiative zustande. Wadephul forderte Russland auf, den Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen; hybride Angriffe wie der Anschlagsversuch in Leipzig würden die Unterstützung für die Ukraine nicht erschüttern. Zuvor hatte er Putin eine neue Stufe der

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine kommt es mehr als vier Jahre lang nicht zu einem bilateralen Gespräch der Außenminister Deutschlands und Russlands. Nun trifft Chefdiplomat Wadephul am Rande der UN-Generaldebatte überraschend auf seinen Amtskollegen Lawrow.

Wadephul trifft überraschend Lawrow in New York

Wadephul trifft überraschend Lawrow in New York

tagesschau · 2026-09-26 17:54:50 · Importance: 70 · Content Außenminister in New York Wadephul trifft überraschend Lawrow Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine hat ein deutscher Chefdiplomat den russischen Außenminister getroffen. Das kurze Treffen zwischen Wadephul und Lawrow fand am Rande der UN-Generaldebatte statt. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich in New York überraschend mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister beider Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-Gebäude statt. Das Treffen dauerte gut 20 Minuten und endete mit einem Handschlag beider Minister. Wadephul: "Noch keine offenen Ohren gefunden" Wadephul sieht nach dem Gespräch weiterhin Uneinigkeit bei den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. "Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden", sagte der CDU-Politiker dem ZDF. Er habe Lawrow "angeboten zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine, aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden", fügte der Außenminister hinzu. Ihm sei wichtig gewesen, klarzumachen, dass Deutschland "derartige Dinge wie den Drohnenangriff in Leipzig nicht akzeptiert. Dass das eine Eskalation ist, die nicht akzeptabel ist", sagte Wadephul. Er habe Russland gewarnt, so weiterzumachen. "Wir können uns verteidigen, wir können uns wehren, das werden wir auch tun." Die Bundesregierung macht Russland für den Vorfall mit einer nicht explodierten Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Moskau weist jede Verantwortung dafür zurück. Ob es weitere Gespräche geben werde, liege im Wesentlichen in russischer Hand, sagte der Bundesaußenminister. "Wenn Russland bereit ist, konstruktiv zu reden, und vor allen Dingen, wenn Russland bereit ist, von seinem Krieg gegen die Ukraine abzulassen, wird man sicherlich sprechen können." Erstes Gespräch seit 2022 Nachdem die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut Nachrichtenagentur Tass erklärt hatte, die deutsche Seite habe um das Treffen gebeten, war am Rande des UN-Treffens eine andere Version zu hören. Lawrow habe der deutschen Seite - übermittelt durch dritte Staaten - Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die deutsche Seite sei darauf zurückgekommen und Wadephul habe erstmals in ein Treffen eingewilligt. Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus. UN-Generaldebatte in New York Wadephul und Lawrow halten sich wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York auf. Das Treffen fand vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges statt. Wadephul hatte erst vor wenigen Tagen seine Sorge vor einer weiteren Eskalation in der Ukraine geäußert. Er warf Russlands Präsidenten Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor. "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht", kritisierte der CDU-Politiker bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Rande der Generalversammlung. Lawrow: Werden Krieg fortsetzen Am frühen Abend hielt Lawrow seine Rede im Rahmen der Generaldebatte. Darin warf er den europäischen Staaten Kriegstreiberei vor. Der Westen versorge die ukrainische Regierung mit Waffen und helfe Kiew dabei, "Drohnen und Raketen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur zu richten". Die europäischen Länder täten außerdem alles, um die Aussicht auf Friedensverhandlungen zur Ukraine zu vereiteln. Lawrow sagte: "Da man in Europa die Vergeblichkeit seiner Bemühungen erkennt, tut man alles, um eine friedliche Lösung zu verhindern und die Aussichten auf Verhandlungen zu vereiteln, an denen viele interessiert sind, darunter auch die Regierung von (US-Präsident Donald) Trump." Lawrow betonte, der Krieg gegen die Ukraine werde fortgesetzt. "Unser Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit wird bis zum Ende geführt", sagte er. Die militärischen Ziele würden erreicht. Auch Wadephul tritt heute noch ans Pult. Er vertritt Bundeskanzler Friedrich Merz, der seine Teilnahme wegen der aktuellen innenpolitischen Herausforderungen abgesagt hatte. · Summary Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York überraschend mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow getroffen – das erste bilaterale Gespräch auf Außenministerebene seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen dauerte gut 20 Minuten. Wadephul sagte, man sei über wesentliche Punkte uneinig geblieben; er habe Deeskalation angeboten und den Drohnenangriff in Leipzig als inakzeptable Eskalation verurteilt. Lawrow warf Europa Kriegstreiberei vor und kündigte an, den Krieg fortzusetzen.

Zum ersten Mal seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine hat ein deutscher Chefdiplomat den russischen Außenminister getroffen. Das kurze Treffen zwischen Wadephul und Lawrow fand am Rande der UN-Generaldebatte statt.

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"Es war ein intensives Gespräch": Wadephul trifft Lawrow erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges

"Es war ein intensives Gespräch": Wadephul trifft Lawrow erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges

n-tv · 2026-09-26 21:36:35 · Importance: 100 · Content "Es war ein intensives Gespräch"Wadephul trifft Lawrow erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges Am Rande der UN-Generaldebatte sprechen die Außenminister Deutschlands und Russlands rund 20 Minuten miteinander. Deutschland habe das Treffen am Vortag in "letzter Minute" angefragt, beklagt Lawrow. Eine Annäherung gelingt offenbar nicht. Inmitten schwerer Spannungen zwischen Deutschland und Russland haben sich die Außenminister der beiden Länder erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges bilateral getroffen. Johann Wadephul und Sergej Lawrow sprachen in New York am Rande der UN-Generaldebatte rund 20 Minuten miteinander. Eine Annäherung zeichnete sich nicht ab. "Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden", sagte der CDU-Politiker dem ZDF nach dem Gespräch. Lawrow stellte den Nutzen des Austauschs demonstrativ infrage. Er habe nichts gehört, was nicht ohnehin den täglichen öffentlichen Äußerungen Berlins entspreche, sagte er vor Journalisten in New York. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können 'Lesen Sie meine Erklärung'." Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine. Die damalige Außenministerin Annalena Baerbock hatte sich im Januar 2022 mit Lawrow in Moskau getroffen. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus. Zum Inhalt der Gespräche hieß es aus deutschen Delegationskreisen, Wadephul habe Russland zur Deeskalation aufgefordert. Er habe betont, Vorfälle wie der Anschlagsversuch in Leipzig Anfang August oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Sie beeinträchtigten aber das ohnehin beschädigte deutsch-russische Verhältnis. Demnach machte Wadephul zugleich deutlich, dass er eine ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung erwarte, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Deutschland habe das Treffen am Vortag in "letzter Minute" angefragt, sagte Lawrow. Doch am Rande des UN-Treffens war auch eine andere Version zu hören: Lawrow habe der deutschen Seite - übermittelt durch dritte Staaten - Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die deutsche Seite sei darauf zurückgekommen und Wadephul habe erstmals in ein Treffen eingewilligt. Wadephul sieht russische Angriffe auf "neuer Stufe" Das Treffen in New York fand vor dem Hintergrund anhaltender Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges statt. Wadephul und Lawrow waren wegen der Generaldebatte der Vereinten Nationen in der US-Metropole. Wadephul hatte erst vor wenigen Tagen seine Sorge vor einer weiteren Eskalation geäußert. Er warf Russlands Präsident Wladimir Putin angesichts zunehmender hybrider Attacken eine Eskalation der Aggression gegen Europa vor. "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht", kritisierte er bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Die Bundesregierung macht Russland für einen versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich und hat einen Sanktionskatalog gegen Moskau angekündigt. Dazu gehört die Kündigung des Vertrags für den Betrieb des Russischen Hauses in Berlin, das im Verdacht steht, als Kulturinstitut getarnt für Spionagezwecke zu dienen. Moskau wies die Vorwürfe zurück und kündigte Gegenmaßnahmen an. In der Folge ordnete Russland unter anderem die Schließung der Goethe-Institute im Land an. Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte zudem, dass Deutschland sich mit seiner "russlandfeindlichen Politik" eine "echte Bestrafung" verdient habe. Konkret nannte der Ex-Präsident "direkte Schläge" gegen Rüstungsbetriebe in Deutschland, die Militärgüter an die Ukraine liefern. "Mit Freunden muss man nicht verhandeln" Deutschland ist wichtigster Unterstützer der Ukraine. Nachdem die USA ihre Unterstützung unter US-Präsident Donald Trump zurückgefahren haben, hat die Rolle Europas und insbesondere Deutschlands dabei an Gewicht gewonnen. Wadephul sagte dem ZDF, er sei von zahlreichen Amtskollegen gebeten worden, offen für Gespräche mit Russland zu sein. Die Kollegen hätten geraten, "dass man zu irgendeinem Zeitpunkt auch wieder direkt miteinander reden muss". Zudem wolle er nicht, dass die Europäer den Amerikanern den kompletten Austausch mit Russland überließen. "Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln", sagte der Außenminister in den ARD-"Tagesthemen". Deswegen sei das Gespräch sinnvoll gewesen. Es habe zwar kein positives Ergebnis gebracht. "Aber allen, die immer wieder sagen, Deutschland muss verhandeln, Deutschland muss mal mit Russland reden, denen erwidere ich jetzt: Das tun wir." Russland zeige derzeit "bedauerlicherweise" keine Bereitschaft in eine konstruktive Verhandlungsposition zu gehen, erklärte Wadephul. Während das überraschende deutsch-russische Treffen für Aufmerksamkeit sorgte, ging die UN-Generaldebatte mit zahlreichen Reden weiter. Saudi-Arabien nutze den Auftritt dazu, erneut eine gebührenfreie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu fordern. Kuba kritisierte die US-Sanktionen und militärischen Drohungen Washingtons in Richtung des Landes. China präsentierte sich erneut als Fürsprecher des Globalen Südens und einer multilateralen Weltordnung. · Summary Erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges trafen sich Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Sergej Lawrow am Rande der UN-Generaldebatte in New York rund 20 Minuten bilateral. Eine Annäherung gab es nicht: Wadephul forderte Deeskalation und ein Ende des Krieges, Lawrow stellte den Nutzen des Gesprächs infrage und beklagte eine Anfrage Deutschlands "in letzter Minute". Wadephul sagte, mit Gegnern müsse man verhandeln, Russland zeige aber keine Bereitschaft für konstruktive Gespräche.

Am Rande der UN-Generaldebatte sprechen die Außenminister Deutschlands und Russlands rund 20 Minuten miteinander. Deutschland habe das Treffen am Vortag in "letzter Minute" angefragt, beklagt Lawrow. Eine Annäherung gelingt offenbar nicht.

Am Rande der UN in New York: Wadephul trifft Lawrow

Am Rande der UN in New York: Wadephul trifft Lawrow

dw · 2026-09-26 17:42:00 · Importance: 80 · Content Am Rande der UN in New York: Wadephul trifft Lawrow 26. September 2026 Es war eine überraschende Nachricht: Am Rande der UN-Vollversammlung haben sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow zu einem kurzen Gespräch getroffen. Glaubt man Beobachtern, dann wurde der deutschen Seite von Drittstaaten signalisiert, dass Russland zu solch einem kurzen Treffen bereit sei, woraufhin die deutsche Seite ihrerseits zustimmte. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen gemeldet, das Treffen sei auf deutsche Initiative hin zustande gekommen. Erstes wirkliches Gespräch beider Politiker Wie auch immer: Es ist das erste ausdrücklich persönliche Treffen Wadephuls mit Lawrow, seit die neue Regierung aus Konservativen und Sozialdemokraten im Mai vergangenen Jahres in Berlin die Amtsgeschäfte übernommen hat. Sieht man von einigen kurzen Begegnungen beider Politiker ab, die aber nicht zu Gesprächen unter vier Augen führten. Und natürlich standen die extrem angespannten Beziehungen beider Länder im Zentrum des rund 20-minütigen Gesprächs. Wadephul warnt vor weiterer russischen Eskalation Wadephul forderte die Russische Föderation auf, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen. Und er fügte hinzu, Vorfälle wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Am Flughafen in Leipzig waren Anfang August nur durch Zufall mit Sprengstoff beladene Drohnen entdeckt und entschärft worden. Die deutsche Regierung ist sich mittlerweile sicher, dass Russland Urheber der versuchten Attacke ist. Als Reaktion wurde unter anderem das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen. Moskau reagierte mit der Schließung des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk. Wadephul: "War ein intensives Gespräch" Eiszeit also zwischen Berlin und Moskau. Umso bemerkenswerter ist das jetzige Treffen in New York. Im "Zweiten Deutschen Fernsehen" (ZDF) sagte der Außenminister danach: "Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden". Wadephul fügte hinzu, er habe Lawrow "... angeboten zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine, aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden." Schon während einer kurzen Rede im UN-Sicherheitsrat hatte der oberste deutsche Diplomat Wadephul am Freitag gesagt: "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht." Im Gespräch mit Lawrow fügte er dann hinzu, trotz aller Kritik sei der gegenwärtige Zustand der Beziehungen nicht im deutschen Interesse. Beide Politiker reichten sich am Ende der Unterhaltung kurz die Hand. Und dennoch: In einer Rede vor der UN-Vollversammlung klang Lawrow dann wieder unversöhnlich: Die Ziele des Krieges würden erreicht, und "die Bedrohung der russischen Sicherheit wird beseitigt und das friedliche Leben wird zurückkehren". Dies, fügte Lawrow hinzu, werde "egal unter welchen Umständen passieren." Wadephul in New York und Kanada im Dauer-Einsatz Der deutsche Außenminister machte klar, dass die Lösung für diese Lage seit dem ersten Tag des Krieges auf der Hand liege: ein Ende der russischen Aggression, ein Rückzug russischer Truppen und ein dauerhafter Waffenstillstand. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unzählige Male erklärt. Deutschland stehe bereit, um diesen Weg auch weiterhin zu unterstützen. Schon seit dem vergangenen Dienstag ist Wadephul in New York City unterwegs - und er vertritt seitdem die deutschen Interessen bei den Vereinten Nationen mehr oder weniger allein. So nahm er an der Eröffnung der Generalversammlung teil, sprach im Weltsicherheitsrat, obwohl Deutschland dort Anfang Juni mit dem Versuch scheiterte, für die nächsten zwei Jahre eines von zehn so genannten nicht-ständigen Mitgliedern zu werden. Österreich und Portugal erhielten den Zuschlag. Dann stattete Wadephul auch noch einen kurzen Besuch bei der kanadischen Regierung in Ottawa ab, um schnell wieder zurückzukehren nach New York, zu seiner Rede vor der Vollversammlung - zu einem sehr späten Zeitpunkt für ein Land der Größe und Bedeutung Deutschlands. Der Kanzler sagt ab - wie im vergangenen Jahr Und das hatte einen Grund: In der Reihenfolge der Redner im imposanten UN-Gebäude am East River stehen immer die Staaten ganz vorn, die ihre Präsidenten oder Regierungschefs nach New York schicken, für Deutschland wäre das dann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewesen. Der aber steht in Deutschland nach den herben Niederlagen seiner konservativen Partei bei denLandtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so unter Druck, dass er die Reise in die USA kurzerhand absagte. Das hatte in New York für erhebliches Stirnrunzeln gesorgt. Denn Merz war schon im Herbst vergangenen Jahres nicht zum UN-Treffen erschienen - und hatte danach erklärt, dass er jetzt, 2026, auf jeden Fall kommen werde. Und so musste Wadephul auch hinter den Kulissen viel Überzeugungsarbeit leisten und die Absage seines Chefs erklären. · Summary Am Rande der UN-Vollversammlung in New York traf Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) am 26. September 2026 erstmals persönlich seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow; das Gespräch dauerte rund 20 Minuten und war das höchstrangigste deutsch-russische Treffen seit Jahren. Wadephul forderte Russland auf, den Eskalationskurs gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu beenden, und verwies auf den vereitelten Drohnenanschlag in Leipzig sowie weitere hybride Angriffe. Lawrow blieb unversöhnlich. Wadephul vertrat Deutschland allein in New York, da Kanzler Merz die Reise nach Wahlniederl

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) trifft in New York City seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. Es ist das höchstrangigste Treffen beider Länder seit Jahren

Bei den UN: Wadephul trifft überraschend Lawrow in New York

Bei den UN: Wadephul trifft überraschend Lawrow in New York

dw · 2026-09-26 17:42:00 · Importance: 80 · Content Bei den UN: Wadephul trifft überraschend Lawrow in New York 26. September 2026 Es war eine überraschende Nachricht: Am Rande der UN-Vollversammlung haben sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow zu einem kurzen Gespräch getroffen. Glaubt man Beobachtern, dann wurde der deutschen Seite von Drittstaaten signalisiert, dass Russland zu solch einem kurzen Treffen bereit sei, woraufhin die deutsche Seite ihrerseits zustimmte. Zuvor hatten russische Nachrichtenagenturen gemeldet, das Treffen sei auf deutsche Initiative hin zustande gekommen. Erstes wirkliches Gespräch beider Politiker Wie auch immer: Es ist das erste ausdrücklich persönliche Treffen Wadephuls mit Lawrow, seit die neue Regierung aus Konservativen und Sozialdemokraten im Mai vergangenen Jahres in Berlin die Amtsgeschäfte übernommen hat. Sieht man von einigen kurzen Begegnungen beider Politiker ab, die aber nicht zu Gesprächen unter vier Augen führten. Und natürlich standen die extrem angespannten Beziehungen beider Länder im Zentrum des rund 20-minütigen Gesprächs. Wadephul warnt vor weiterer russischen Eskalation Wadephul forderte die Russische Föderation auf, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen. Und er fügte hinzu, Vorfälle wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Am Flughafen in Leipzig waren Anfang August nur durch Zufall mit Sprengstoff beladene Drohnen entdeckt und entschärft worden. Die deutsche Regierung ist sich mittlerweile sicher, dass Russland Urheber der versuchten Attacke ist. Als Reaktion wurde unter anderem das russische Generalkonsulat in Bonn geschlossen. Moskau reagierte mit der Schließung des Goethe-Instituts in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk. Wadephul: "War ein intensives Gespräch" Eiszeit also zwischen Berlin und Moskau. Umso bemerkenswerter ist das jetzige Treffen in New York. Im "Zweiten Deutschen Fernsehen" (ZDF) sagte der Außenminister danach: "Es war ein intensives Gespräch. Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden". Wadephul fügte hinzu, er habe Lawrow "... angeboten zu deeskalieren, insbesondere auch mit Blick auf die Situation in der Ukraine, aber das hat noch keine offenen Ohren gefunden." Schon während einer kurzen Rede im UN-Sicherheitsrat hatte der oberste deutsche Diplomat Wadephul am Freitag gesagt: "Russlands hybride Angriffe gegen diejenigen, die die Ukraine und das Völkerrecht unterstützen, haben eine neue Stufe erreicht." Im Gespräch mit Lawrow fügte er dann hinzu, trotz aller Kritik sei der gegenwärtige Zustand der Beziehungen nicht im deutschen Interesse. Beide Politiker reichten sich am Ende der Unterhaltung kurz die Hand. Und dennoch: In einer Rede vor der UN-Vollversammlung klang Lawrow dann wieder unversöhnlich: Die Ziele des Krieges würden erreicht, und "die Bedrohung der russischen Sicherheit wird beseitigt und das friedliche Leben wird zurückkehren". Dies, fügte Lawrow hinzu, werde "egal unter welchen Umständen passieren." Wadephul in New York und Kanada im Dauer-Einsatz Der deutsche Außenminister machte klar, dass die Lösung für diese Lage seit dem ersten Tag des Krieges auf der Hand liege: ein Ende der russischen Aggression, ein Rückzug russischer Truppen und ein dauerhafter Waffenstillstand. Die Ukraine habe ihre Bereitschaft zu Verhandlungen unzählige Male erklärt. Deutschland stehe bereit, um diesen Weg auch weiterhin zu unterstützen. Schon seit dem vergangenen Dienstag ist Wadephul in New York City unterwegs - und er vertritt seitdem die deutschen Interessen bei den Vereinten Nationen mehr oder weniger allein. So nahm er an der Eröffnung der Generalversammlung teil, sprach im Weltsicherheitsrat, obwohl Deutschland dort Anfang Juni mit dem Versuch scheiterte, für die nächsten zwei Jahre eines von zehn so genannten nicht-ständigen Mitgliedern zu werden. Österreich und Portugal erhielten den Zuschlag. Dann stattete Wadephul auch noch einen kurzen Besuch bei der kanadischen Regierung in Ottawa ab, um schnell wieder zurückzukehren nach New York, zu seiner Rede vor der Vollversammlung - zu einem sehr späten Zeitpunkt für ein Land der Größe und Bedeutung Deutschlands. Der Kanzler sagt ab - wie im vergangenen Jahr Und das hatte einen Grund: In der Reihenfolge der Redner im imposanten UN-Gebäude am East River stehen immer die Staaten ganz vorn, die ihre Präsidenten oder Regierungschefs nach New York schicken, für Deutschland wäre das dann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gewesen. Der aber steht in Deutschland nach den herben Niederlagen seiner konservativen Partei bei denLandtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so unter Druck, dass er die Reise in die USA kurzerhand absagte. Das hatte in New York für erhebliches Stirnrunzeln gesorgt. Denn Merz war schon im Herbst vergangenen Jahres nicht zum UN-Treffen erschienen - und hatte danach erklärt, dass er jetzt, 2026, auf jeden Fall kommen werde. Und so musste Wadephul auch hinter den Kulissen viel Überzeugungsarbeit leisten und die Absage seines Chefs erklären. · Summary Am Rande der UN-Vollversammlung in New York traf Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) überraschend seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow – das erste persönliche Gespräch beider seit dem Amtsantritt der neuen Regierung im Mai 2025 und das ranghöchste deutsch-russische Treffen seit Jahren. Im rund 20-minütigen Gespräch forderte Wadephul Russland zum Ende der Eskalation auf und bot Deeskalation an; Lawrow blieb unversöhnlich. Grund für die Spannungen sind auch hybride Angriffe wie der Drohnenfund in Leipzig. Kanzler Merz sagte die UN-Reise wegen Wahlniederlagen ab.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) trifft in New York City seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow. Es ist das höchstrangigste Treffen beider Länder seit Jahren

Getreide für den Süden: Warum Wadephul mit Lawrow sprach

Getreide für den Süden: Warum Wadephul mit Lawrow sprach

dw · 2026-09-28 11:28:00 · Importance: 80 · Content Getreide für den Süden: Warum Wadephul mit Lawrow sprach 28. September 2026 Überraschend war das Treffen von Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Samstag in New York allemal. Aber über das ganze Wochenende hinweg und auch am Montag wurde im politischen Berlin intensiv darüber gesprochen, ob das gut 20-minütiges Gespräch wirklich eine gute Idee war. Beide Politiker hatten am Rande der UN-Vollversammlung kurz zusammen gefunden. Ohne die heftigen Differenzen beider Staaten beilegen zu können. In der Regierungspressekonferenz am Montag in Berlin sagte der Sprecher des deutschen Außenministers, Josef Hinterseher, natürlich sei das Ergebnis des Treffens am Ende "äußerst ernüchternd" gewesen. Sicher auch, weil sich Lawrow nach dem Treffen abschätzig über seinen deutschen Kollegen äußerte. Was wiederum die deutsche Seite nicht erstaunte, wie Hinterseher erklärte: "Wir wissen natürlich um den propagandistischen Mehrwert eines solchen physischen Treffens. Der je auch von russischer Seite entsprechend genutzt wird. Dennoch war es an dieser Stelle vertretbar, ein solches Treffen zu haben." Tatsächlich war die überraschende Zusammenkunft das erste bilaterale Treffen auf so einem hohen Niveau seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine im Frühjahr 2022. Zuletzt hatte die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Lawrow im Januar 2022 getroffen, knapp einen Monat vor dem russischen Überfall. Seitdem herrscht zwischen Deutschland und Russland Eiszeit, vor allem in den letzten Monaten. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, war Wadephul von Politiker aus dem so genannten globalen Süden gebeten worden, ein solches Treffen zu organisieren. Denn durch den Krieg sind die weltweiten Getreidelieferungen sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine zum Erliegen gekommen. Es brauche für das Schwarze Meer einen Waffenstillstand, damit die Exporte wieder möglich werden. Dazu sagte Sprecher Hinterseher am Montag: "Bei Getreide handelt es sich um verderbliches Gut. Insofern ist da auch Dringlichkeit geboten, wenn man das jetzt in diesem Herbst angehen möchte." Ergebnisse brachte das Treffen aber auch an diesem Punkt nicht. Lawrow: "Sie hätten mich einfach anrufen können!" Wie frostig die Beziehungen sind und sicher auch bleiben, machte Sergej Lawrow nach dem Treffen deutlich. Geringschätzig gegenüber Wadephul sagte der russische Außenminister der "Deutschen Presseagentur" (dpa), er habe nichts gehört, was nicht ohnehin den täglichen öffentlichen Äußerungen Berlins entspreche. Deshalb habe er zu Wadephul gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können: Lesen Sie meine Erklärung." Wadephul seinerseits wählte nach dem Gespräch gemäßigtere Worte. Im ARD-Fernsehen sagt er, ein wichtiger Grund für ihn, dem Treffen zuzustimmen, sei auch der jüngste versuchte Drohnen-Angriff am Flughafen in Leipzig gewesen. Für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht. "Es ist zum Glück nichts Schlimmes geschehen", sagte der CDU-Politiker. Aber er habe Lawrow klarmachen wollen, dass sich Deutschland widersetzen und wehren werde. Mehrere Parteien in Deutschland wollen mit Russland reden Und grundsätzlich fügte der deutsche Außenminister hinzu, die diplomatische Funkstille nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Anfang 2022 sei richtig gewesen. Nun sei aber der Zeitpunkt gekommen, um wieder zu sprechen. Wadephul fasste das so zusammen: "Mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln." Das war wohl auch eine Reaktion darauf, das politische Kräfte hierzulande wie die in Teilen rechtsextreme "Alternative für Deutschland" (AfD), aber auch das "Bündnis Sahra Wagenknecht" (BSW) und die Linkspartei schon lange fordern, wieder mit der russischen Regierung zu sprechen. Trotz des Krieges. Nur gab es von russischer Seite bislang nie irgend eine Bereitschaft zu Gesprächen. Wadephul dazu: "Allen, die immer wieder sagen, Deutschland muss verhandeln, Deutschland muss mal mit Russland reden, denen erwidere ich jetzt: Das tun wir." Kritik und Lob von Regierungs-Politikern Kritik an dem Treffen kam aber auch aus den eigenen Reihen. So sagte der Außen-und Sicherheitsexperte der Konservativen, der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche." Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow eben im Anschluss an das Gespräch "wie immer lächerlich gemacht." Ganz anders sah das der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner. Die Sozialdemokraten sind der kleine Partner der Konservativen in der Regierung. Stegner sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAZ), das Signal sei: "Die Europäer sind noch da." Lob kam auch von den oppositionellen Grünen. Hintergrund für die deutsche Initiative war sicher auch, dass etwa US-Präsident Donald Trump dafür ist, Russland wieder in die Gruppe der führenden Industrienationen aufzunehmen, die dann statt im G7-Format wieder als G8-Gruppe tagen würden. Und Trump hat den russischen Präsidenten Vladimir Putin schon jetzt zum G20-Treffen im Dezember in Miami im US-Bundesstaat Florida eingeladen. Mit anderen Worten: Wenn die Dinge in Bewegung geraten, will Deutschland nicht abseits stehen. · Summary Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) traf am Samstag am Rande der UN-Vollversammlung in New York überraschend seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow – das erste bilaterale Treffen auf dieser Ebene seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022. Grund war die Bitte von Politikern aus dem globalen Süden, Getreideexporte über das Schwarze Meer wieder zu ermöglichen. Ergebnisse gab es keine, Lawrow äußerte sich abschätzig. Wadephul verteidigte das Gespräch, auch mit Blick auf den Drohnen-Angriff in Leipzig; es habe mit Gegnern verhandelt. Reaktionen in Berlin reichen von Kritik (Kiesewetter) bi

Fortschritte hat das Gespräch der Außenminister Deutschlands und Russlands, Wadephul und Lawrow, in New York nicht gebracht. Die Reaktionen im politischen Berlin sind trotzdem zumeist positiv

Wadephul zum Treffen mit Lawrow: "Mit Gegnern muss man verhandeln"

Wadephul zum Treffen mit Lawrow: "Mit Gegnern muss man verhandeln"

tagesschau · 2026-09-26 22:29:36 · Importance: 70 · Content Wadephul zum Treffen mit Lawrow "Mit Gegnern muss man verhandeln" Es war das erste Treffen der Chefdiplomaten Deutschlands und Russlands seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. In den tagesthemen erklärt Bundesaußenminister Wadephul, wie es zum Treffen mit dem Amtskollegen Lawrow kam. Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York überraschend mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Das rund 20-minütige Gespräch, das erste bilaterale Treffen der Außenminister beider Länder seit Jahren, ist laut Wadephul auf Vermittlung Dritter zustande gekommen. "Ich bin von zahlreichen Kollegen aus anderen Ländern angesprochen worden, und mir ist gesagt worden, Russland wäre bereit zu einem Gespräch", so der Bundesaußenminister im Interview mit den tagesthemen. Viele hätten ihm geraten, das Gespräch zu führen, auch darum gebeten. Wadephul: Drohnenvorfall hat "Grenze überschritten" Inhaltlich ging es um die Folgen des russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Ganz konkret - nach Wadephuls Angaben - um Getreideexporte aus der Ukraine und aus Russland: "Ein Land wie Ägypten braucht so etwas ganz dringend. Da gibt es die Gefahr von Hungersnöten." Sich für so was einzusetzen, sei richtig, sagte Wadephul. Ein zweites Thema sei der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle gewesen. "Eine Drohne, die wirklich hätte Flugzeuge zum Absturz bringen können, ist durch russische Hände dort in den Einsatz gebracht worden." Er habe Lawrow klar gemacht, "dass damit eine Grenze überschritten wurde und dass wir erwarten, dass so etwas nicht noch einmal geschieht und dass wir jederzeit bereit sind zu reagieren." Die Bundesregierung macht Russland für den Vorfall mit einer nicht explodierten Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen verantwortlich, der ein wichtiges Drehkreuz für die Unterstützung der Ukraine ist. Und drittens habe er die deutsche Unterstützung für die Ukraine deutlich gemacht, so Wadephul weiter. Die sei "völlig ungebrochen" und Russland müsse jetzt an den Verhandlungstisch kommen. "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Krieg, der zahllose Opfer fordert, übrigens auch russische Opfer, aber vor allen Dingen bei den Zivilisten in der Ukraine." "Es ist richtig, dass wir miteinander sprechen" Leider sei Russland zum jetzigen Zeitpunkt nicht bereit, den Krieg zu beenden, so Wadephul weiter. "Ich glaube trotzdem, dass es richtig ist, dass wir miteinander sprechen. Das ist die Aufgabe auch von Außenministerien, von Diplomatie." Einen Wechsel in der deutschen Außenpolitik sieht Wadephul in der Annahme eines direkten Gespräch mit Lawrow nicht. Man verteidige das Völkerrecht und stehe an der Seite der Ukraine, das habe er Lawrow auch noch einmal erläutert. Es gehöre jedoch zu den Kernaufgaben eines Außenministers, Gespräche zu führen - auch mit Gesprächspartnern, mit denen man fundamentale Unterschiede hat. Wadephul sagte in dem tagesthemen-Interview: Wissen Sie, mit Freunden muss man nicht verhandeln, mit Gegnern muss man verhandeln. Das ist einer der Kernsätze der Außenpolitik, die auch hier gelten. "Mit Russland reden - das tun wir" Auch wenn das Gespräch kein positives Ergebnis gebracht habe, sei es sinnvoll gewesen. "Allen, die immer wieder sagen, Deutschland muss verhandeln, Deutschland muss mal mit Russland reden, denen erwidere ich jetzt: Das tun wir. Und Russland zeigt zum jetzigen Zeitpunkt bedauerlicherweise keine Bereitschaft, in eine konstruktive Verhandlungsposition zu gehen." Der russische Außenminister hatte nach dem Gespräch umgehend dessen Nutzen infrage gestellt und keine Fortschritte erkannt. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Lawrow: "Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört." Man hätte ihn auch einfach anrufen können. Es war das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022. Die damalige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte sich im Januar 2022 mit Lawrow in Moskau getroffen. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenministerebene blieben jedoch aus. Rede zu Risiken der KI Wadephul war in Vertretung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach New York gereist. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung ging es dann um die Risiken durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. KI habe das Potenzial, durch die Verbreitung von Falschinformationen Vertrauen auszuhöhlen und könne wichtige Infrastruktur gefährden. Im schlimmsten Fall könne sie Entscheidungen beeinflussen, die über den weltweiten Frieden und Sicherheit bestimmten, warnte der Außenminister. Gleichzeitig habe die Technologie großes Potenzial, die Wissenschaft und Wirtschaft voranzubringen. Gemeinsam müssten die Mitglieder der Vereinten Nationen dafür sorgen, dass die KI "der Menschenwürde dient". Dafür müssten internationale Sicherheitsregeln aufgestellt werden. · Summary Bundesaußenminister Johann Wadephul traf sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York überraschend mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow – das erste bilaterale Außenministertreffen seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022. Das rund 20-minütige Gespräch kam laut Wadephul auf Vermittlung Dritter zustande. Themen waren Getreideexporte, der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht, und die ungebrochene deutsche Unterstützung für die Ukraine. Wadephul betonte, man müsse auch mit Gegnern verhandeln; Lawrow nannte das Tre

Es war das erste Treffen der Chefdiplomaten Deutschlands und Russlands seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. In den tagesthemen erklärt Bundesaußenminister Wadephul, wie es zum Treffen mit dem Amtskollegen Lawrow kam.